Die Fertigstellung des Bahnsteiges zeigte sich unkomplizierter als gedacht.
Zuerst musste das Bahnsteigdach vom alten Bahnsteig getrennt werden, weil
nur das Bahnsteigdach in den komplett aus Pappe selbst gefertigten Bahnsteig
gebaut werden musste. Die restlichen Aufbauten bestehend aus Sitzgruppen,
Fahrpläne und Werbetafeln konnte problemfrei vom alten Bahnsteig gelöst
werden. Das einzige Problem ergab sich, beim Schneiden für die Aussparung
für die Treppenabgänge. Diese waren um knapp einen Millimeter zu klein
geschnitten und machten so Probleme bei der Anpassung.
Die meisten Modellbahnanlagen glänzen mit einer außerordentlichen
Menschenleere. Außer bei Profianlagen wie z.B. dem
Miniaturwunderland
fehlt es den Hobbyanlagen an Menschen. Es gibt aber Hersteller, die sich nur
auf die Produktion von H0-Männchen - meinerseits auch Ölleckes genannt -
spezialisiert haben. Es gibt keine Szene, die sich nicht darstellen lässt.
Meine Anlage wirk inzwischen auch schon wesentlich belebter: Selbst eine
Blaskapelle hat sich am Bahnhof schon aufgestellt. Auch eine Schafherde samt
Schäfer und Schäferhund hat sich auf die Anlage gesellt. Und wo Menschen
sind, dürfen Autos natürlich nicht fehlen.
Natürlich sind noch einige andere Ausgestaltungsdetails hinzugekommen. Holz- und Brettstapel. Eine Krippe sowie viele weitere unzählige Kleinigkeiten füllen inzwischen die Anlage. Es liegt noch viel in den Katons - das Kleben geht weiter.
Draußen ist schlechtes Wetter. So braucht man keine Rechtfertigung, an der Eisenbahn zu arbeiten. Daraus ergibt sich eine gute Möglichkeit, viel zu schaffen.
Die Straßen in der Fachwerkstadt werden zugeschnitten. Hinterher sollen
diese mit Holzleim aufgeklebt werden. Die Straße ist eine Textur, die
mehrfach auf einem Farblaser ausgedruckt wurde.
Das Verkleben ist relativ einfach: Man verteilt den Holzleim mit einem
Japanspachtel gleichmäßig, legt den Druck drauf und streicht diesen mit
einem anderen, trockenen Japanspachtel glatt.
Der Bahnsteig muss mindestens 1,65 Meter lang sein,
damit ein Personenzug mit fünf Waggons samt Lok an den Bahnsteig passt.
Um den Bahnsteig zu bauen, muss im Schotter eine Aussparung bis aufs Holz
geschnitten werden. Danach werden Querleisten passend geschnitten. Diese
werden an den Seitenflächen mit stabiler Pappe zugeklebt. Die Pappe habe ich
als Quadratmeter gekauft, ist 2mm stark und lässt sich sehr gut mit einem
Teppichschneider schneiden. Diese Streifen müssen mit Schraubzwingen
gehalten werden, damit sie nicht aus dem Schotterbett springen.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es musste natürlich auch auf das
Lichtraumprofil der Personenwaggons, sowie auf die Zylinder der Dampfloks
geachtet werden.
Der neue Bahnhof entwickelt sich. Auch meine Tochter hat Spaß daran gefunden, Gleise zusammenzustecken. Der Gleisplan zeigt schon die Variante,
die hinterher verwendet werden soll. Es kommt im Wesentlichen darauf an, dass ein Personenzug an einen Bahnsteig passen muss, der
1,65m lang ist. Das ist genau die Länge für fünf Personenwagen samt einer Lok. Da die geraden Stücke eine definierte Länge haben,
kann man sie einfach dazwischen planen, ohne
sie tatsächlich verbauen zu müssen, denn schließlich ist mein Büro für einen originalgetreuen Aufbau zu klein. Trotzdem ist das eine
gute Grundlage, die Größe der Arbeitsplatte zu bestimmen. Die ist natürlich nicht nur von der Länge des Bahnsteiges abhängig, sondern
auch von den verwendeten Kurvenradien.
Der Gleisplan wird für später skizziert. Mit den zusätzlichen Fotos sollte eine Rekonstruktion auf der neuen Anlage gelingen.
Die neue Anlage soll übrigens keine großartig geschwungenen Gleise erhalten. Das führt nur unnötig zu komplizierten Landschaftsaufbauten. Die Radien haben einen Außenradius von 435mm. Damit kann man einen Halbkreis auf weniger als einen Meter unterbringen. Die Anlage soll L-förmig werden. Die Schenkel sollen nicht mehr als 1,30m breit sein. Damit sollte jede Stelle auf der Anlage gut erreichbar sein. Eine weitere Forderung ist, dass die Anlage kleiner werden soll, als die erste. Die erste hatte 8qm die Planungen für die neue sehen 7,8qm vor. Durch die L-Form wirkt die Anlage größer, da sie zwar nicht so tief, aber dafür länger ist.
Die Planung lässt auch einen Schattenbahnhof zu. Dieser soll auf der linken Seite vorhanden sein. Hier wird eine Schenkelbreite von
1,30m vorgesehen. Da bleibt genug Platz für die Zimmertür und einen allseitigen Umlauf um die Anlage. Der Umlauf soll mindestens
30cm Platz lassen, um bequem arbeiten zu können.
Die Zahl der befahrenen Ebenen soll auch möglichst beschränkt bleiben: Zwei Kreise in einer Ebene und eine Stichstrecke auf den Berg. So lassen sich Entspannung (= Biermodus) und Spielbetrieb schön mischen. Im Biermodus soll ein Zug einfach nur im Kreis fahren, während ich entspannt im Sessel ein Bier trinke. Auch so macht Eisenbahnern Spaß!
Die Wartbarkeit soll auch nicht außer Acht gelassen werden. Die hinteren Geländeteile über dem Schattenbahnhof sollen abnehmbar sein. So kann man gut an die Gleise und diese bequem säubern. Hier habe ich aus einer entscheidenden Schwäche der alten Anlage gelernt. Die äußere Strecke hatte eine Sonderrunde eine Etage tiefer. Das lag so schlecht, dass die Gleise noch nicht einmal befestigt waren. Da immer etwas unter der Anlage stand, war die Reinigung praktisch nicht mehr möglich.
Nachdem die alte Anlage abgebaut ist und in Kisten im Keller steht, kann man ja schon mal ein wenig auf dem Parkett
ein paar Gleise aufbauen. Das Bild zeigt die Weichenstraße im Norden. Hier sollen zwei Gleise im Kreis ausfahren und ein
drittes Gleis soll auf den Berg führen. Der Bogen ist nicht vollständig, da mir eine Bogenrechtsweiche fehlt. Eine Bogenlinksweiche
habe ich zu Testzwecken auf den Bauch gelegt, um die Dimensionen abzuchecken. Diese Weichenkombination steht auch im
Fleischmann
-Katalog, sodass ich mir hier keine weiteren Sorgen machen muss.